Demokratiefonferenz 1 2017TRIER. Am 8. Mai 2017 trafen sich zivilgesellschaftliche Akteure und VertreterInnen aus Politik und Verwaltung zur Demokratiekonferenz. Bereits seit 2015 wird mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben! - Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ bundesweit Engagement für eine lebendige, starke und demokratische Gesellschaft unterstützt. Durch die Partnerschaft für Demokratie Trier, die im Rahmen des Bundesprogramms vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert wird, werden zahlreiche Projekte umgesetzt.

Neuer Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ ist die Kampagne „Wer, wenn nicht wir“. Die Kampagne richtet sich bundesweit an interessierte BürgerInnen und Vereine, die sich für eine offene und tolerante Gesellschaft stark machen wollen. Interessierte können sich unter www.demokratie-leben.de über die Kampagne informieren. Neben großen Vereinen und Institutionen werden besonders auch Sport-, Musik- oder Kulturvereine und Bürgerinitiativen angesprochen.

Gemeinsam wurden auf der Demokratiekonferenz neue Schwerpunkte für zukünftige Projekte in der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Trier gesetzt. Im Mittelpunkt stehen die Themen Demokratieförderung sowie Verhindern von Ausgrenzung aufgrund von Armut und sozialer Herkunft. Ebenso wichtig sind die Themen Interreligiöser Dialog und Arbeit gegen Rechts.

Gefragt sind engagierte BürgerInnen, aktive Vereine und Initiativen, die sich mit eigenen Projekten gegen Rechtsextremismus, Rechtspopulismus oder die Ausgrenzung aufgrund von Armut engagieren oder sich für eine starke Demokratie und das Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Religionen einsetzen wollen. Auch Projekte, die sich gegen die Diskriminierung einzelner Gruppen richten, können gefördert werden.

Für die Umsetzung von 3 konkreten Projektideen werden außerdem interessierte Träger gesucht:

  • Imagekampagne „Die Besten im Westen“: Vorstellung erfolgreicher Geschäftsleute und Persönlichkeiten aus Trier-West, die auf Plakaten oder bei Aktionstagen für den Stadtteil werben. 
  • „Laut und freundlich“ - Konzert gegen Hate Speech, bei dem Jugendliche und junge Erwachsene sich für eine Stadt ohne Fremdenfeindlichkeit, Rassismus oder Homophobie einsetzen können.
  • Erstellung eines „kommunalen Automaten und Wahltesters“ in der Stadt Trier

Projektanträge für die zweite Antragsphase im Förderjahr 2017 können ab sofort bis einschließlich 29.05.2017 gestellt werden. Die Projekte mit einer maximalen Förderhöhe von 5.000 € müssen bis zum 31.12.2017 abgeschlossen sein. Insgesamt stehen für Projekte in diesem Jahr noch rund 20.000 € zur Verfügung.

Falls Sie als Träger im Jahr 2017 ein Einzelprojekt durchführen wollen, Interesse, offene Fragen oder erste Ideen haben, kontaktieren Sie bitte vor der Antragsstellung die Koordinierungs- und Fachstelle zur Beratung.  Telefon: 0651/991 89 225; Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte beachten:

  • Die Bewertungskriterien für die Anträge können der Geschäftsordnung der Partnerschaft für Demokratie entnommen werden.
  • Es wird unbedingt empfohlen, einen Beratungstermin mit der Fach- und Koordinierungsstelle zu vereinbaren.
  • Entsprechend der geänderten Leitlinie des Bundesprogramms „Demokratie leben“ vom 01.11.2016 können Projekte zum Themenbereich Willkommenskultur nicht berücksichtigt werden. Informationen über Förderprogramme in diesem Themenbereich können bei der Fach- und Koordinierungsstelle erfragt werden.

Damit über die Anträge in der Begleitausschusssitzung am 21.06.2016 entschieden werden kann, müssen die vollständig ausgefüllten Antragsunterlagen bis Montag, den 29.05.2017 in elektronischer Form (PDF) bei der Koordinierungs- und Fachstelle Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und beim federführenden Amt Diese

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demokratie leben illuTrier. In einem Themen-Café werden am 8. Mai die Schwerpunkte der künftigen Arbeit der Partnerschaft für Demokratie Trier weiter präzisiert. Die Mitglieder der Partnerschaft und interessierte Teilnehmer werden dafür vier Themenfelder bestimmen, über die anschließend in kleineren Gruppen beraten wird. Durch diese inhaltlich-strategische Weiterentwicklung sollen neue Projektträger angesprochen werden und die breite Öffentlichkeit auf relevante Probleme und Möglichkeiten vor Ort aufmerksam gemacht werden. Die Veranstaltung wird von Bürgermeisterin und Dezernentin Angelika Birk eröffnet.
Eingeladen ist jeder interessierte Bürger. Der Eintritt ist frei.

Ungewöhnlich kunstgebegeistert ging es auf der ersten Sitzung des Begleitausschusses der PfD im neuen Jahr her. Melanie Breinig von der Fach- und Koordinierungsstellte lies ein Bild von Backsteinen an die Wand projizieren und referierte über Moderne Kunst.

Vortrag NSU

Der Prozess zu der NSU-Mordserie läuft noch. Zu einem von der PfD geförderten Vortrag kam   Dr. Anna Luczak nach Trier, um über den bisherigen Erkenntnisstand zu referieren. Die Juristin tritt bei dem Verfahren als Anwältin in der Nebenklage auf und zeichnete vor allem das politische Umfeld zur Zeit der NSU-Gründung nach. Die Neunziger Jahre seien dabei vor allem durch eine lasche Verfolgung von rechtsextremistischen Gewalttaten geprägt gewesen, was dazu geführt habe, dass eben solche Gewalt stark zunahm. Die bekannten Mitglieder des NSU tauchten 1998 unter und bekamen dabei – so geben es zumindest die Beweise her – tatkräftige Unterstützung von drei Dutzend Neonazis aus Thüringen und Sachsen. Einige Ungereimtheiten lassen darauf schließen, dass der Verfassungsschutz in dieser Zeit zumindest nicht genau hingesehen und rechtzeitig eingegriffen hat.
Die Verwicklungen und Fehler von staatlichen Behörden während der Mordserie zieht sich wie ein roter Faden durch den Prozess. Gleichzeitig ermittelte der Generalbundesanwalt gar nicht in diese Richtung. Institutioneller Rassismus spielt für ihn offensichtlich keine entscheidende Rolle in dem Vorgang. Man halte daran fest, dass nur das bekannte Trio um Beate Zschäpe in die Taten involviert gewesen sei. Dabei sei es – so die Anwältin – gerade jetzt wichtig, dass diese Strukturen endlich aufgedeckt würden, weil aus dem vermeintlichen Netzwerk um den NSU weiterhin eine hohe Gefahr ausginge: „die Ideologie gibt es, die Gruppen gibt es.“


Die Partnerschaft für Demokratie ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Weltkonzert ReligionenZum diesjährigen Weltreligionstag kamen am 15. Januar auch in Trier Vertreter von Christentum, Baha’i,  Judentum und Islam  zusammen, um gemeinsam ein Konzert abzuhalten. Bei der von der Partnerschaft für Demokratie geförderten Veranstaltungen kamen mehr als 200 Besucher in den Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais. Bei Liedern wie „Jeruschalaim“ oder „Hawa nagila“ steht dabei die Gemeinschaft und das Füreinander im Mittelpunkt, wodurch auch an diesem Tag deutlich wurde, dass die verschiedenen Religionen mehr verbindendes als trennendes transportieren. In dem Text zum Stück „Flowers of one Garden“, das von der Baha’i Gemeinde vorgetragen wurde, heißt es beispielsweise: „wir sind Blumen desselben Gartens und Früchte desselben Baumes“. Neben dem musikalischen Programm gab es noch Lesungen von Vertretern der einzelnen Gemeinden.


Das „Welt-Konzert“ wurde durch die Partnerschaft für Demokratie gefördert. Die Partnerschaft für Demokratie ist Teil des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.