Helene de Wolf BgA 27 4 2016

Zulauf auf zweifache Weise hat die Partnerschaft für Demokratie (PfD) Trier in letzter Zeit erfahren: Bei der Sitzung des Begleitausschusses am Mittwoch, dem 27.4. wurde Omar Abouhamdan vom Verein FAOSE e.V. als neues Mitglied aufgenommen. Auch wurden Bjarne Löhr und Ioana- Adelina Nescovici für das neu konstituierte Jugendparlament aufgenommen. Außerdem ist nun auch in Schweich eine PfD gegründet worden, womit neben den weiteren Ablegern in Konz und Saarburg nun insgesamt vier Partnerschaften in unmittelbarer Nähe existieren. Dadurch wurde die PfD in Trier, wie auch das Bundesprogramm “Demokratie leben!“ in der Region gestärkt.

Wie erfolgreich sich die Arbeit der geförderten Projekte gestaltet, hat die Arbeitsgruppe um Hélène de Wolf präsentiert. Die Projektgruppe hat sich im letzten Jahr damit befasst, Kontakt mit den muslimischen Religionsgemeinschaften in Trier und Trier- Saarburg herzustellen und AnsprechparterInnen zu gewinnen.

Außerdem geht ein neues Projekt an den Start: das Theaterstück „Das Schmackeduzchen“ wird im Juni und Juli an zwei Schulen aufgeführt. Die Pazifistin und Feministin Claire Waldoff, von der das Theaterstück handelt, musste ihre politische Position von der Zeit des Kaiserreichs bis hin zur Zeit des Nationalsozialismus energisch verteidigen. An die Aufführung des Stücks schließt sich eine Nachbesprechung an. Gemeinsam mit den SchülerInnen soll diskutiert werden: Was bedeutet es, die eigene Meinung gegen Widerstände zu verteidigen? Wie wird ein Mensch zu einem politisch interessierten und engagierten Menschen?

Doch auch über die Gefährdung, der Jugendliche durch salafistische und rechtsextremistische Propaganda in sozialen Netzwerken ausgesetzt sind, wurde diskutiert. Der Ausschuss einigte sich darauf, in Zukunft mehr in Richtung der Bekämpfung von menschenverachtenden und autoritären Einstellungsmustern zu investieren.



        DL Foerderzusatz

Bild1 SchmackeduzchenDas Kunst und Satire ein Ausdruck von politischen Engagement sein können, wurde den Schülern*innen der Klassen zehn bis zwölf der Freien Waldorfschule und des Friedrich-Spee- Gymnasiums am vergangenen Mittwoch mithilfe des Theaterstücks "Das Schmackeduzchen" verdeutlicht. In dem Stück, dessen Aufführung vor den Schüler*innen im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durch die Partnerschaft für Demokratie Trier gefördert wurde, wird das Leben der Claire Waldoff frei nacherzählt.

Waldoff kam Anfang des letzten Jahrhunderts aus dem Ruhrpott nach Berlin. Nachdem ihr erstes Stück in der Kaiserzeit der Zensur zum Opfer fiel, konzentrierte sie sich auf subversive Satire und brachte es in der Hauptstadt zu einiger Berühmtheit. Bis heute bekannt sind Lieder der Künstlerin wie "Wer schmeißt denn da mit Lehm?" und "Nach meene Beene is ja janz Berlin verrückt".

Wie aktuell das Wirken der Künstlerin auch heute noch ist, machte Drehbuchautor und Regisseur Carsten Müller im Gespräch mit den Schüler*innen deutlich. So habe sie sich schon früh für die Emanzipation der Frauen, auch im politischen Bereich, eingesetzt und den Schönheitswahn der Weimarer Jahre kritisiert. Außerdem wurde in der Diskussion ihre Freundschaft zu dem Schriftsteller Kurt Tucholsky thematisiert, dessen Ausführungen mit dem Titel "Was darf Satire?" derzeit kaum aktueller sein könnten. Für einen Schüler stand dabei fest: "Satire ist auch Ausdruck von Kunst und Kunst darf schon relativ viel".

Ihre politische Einstellung und die gleichgeschlechtliche Beziehung zu Olga von Roeder wurde Claire Waldoff in der Nazizeit zum Verhängnis, weshalb sie Berlin Anfang der 40er Jahre verlassen musste und sich still im ländlichen Bayern niederließ, wo sie Ende der 50er in Armut verstarb.

 

 BMFSFJ DL mitFoerderzusatz RZ

Abb: Katja Büdinger und Johannes Metzdorf.

 

 

 

18.11.2015

2. Demokratiekonferenz der Partnerschaft hat stattgefunden.

03.11.2015

Broadway Filmtheater Trier – 19.30 Uhr
mit Ulrich Chaussy als Gesprächspartner

02.10.2015

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